Vereinsgeschichte

Die Gründung

„Streetwork Linz“ – eine Einrichtung des Vereins Jugend & Freizeit hatte Ende der 1990er Jahre Kontakt zu einer Gruppe von Punks, von denen einige begannen Heroin zu konsumieren. Fachlich wurde schnell klar, dass die Angebote von Jugendstreetwork nicht ausreichten, dieser Problematik adäquat zu begegnen.

Das Streetworkteam (Rainer Wilk, Georg Theissler und Claudia Bernreiter) haben sich gemeinsam mit Geschäftsführer Ing. Erich Wahl intensiv mit der Thematik beschäftigt und schließlich im Mai 1999 ein Krisenpapier verfasst, in dem u.a. ein Kontaktladen für DrogenkonsumentInnen als wichtige Maßnahme von der Politik gefordert wurde.

Nach ExpertInnen-Hearings und -Diskussionen wurde in Zusammenarbeit mit dem Landes-Drogenkoordinator Manfred Ruschak und der Abteilung Jugendwohlfahrt des Landes OÖ (Franz Allersdorfer) ein Konzept für eine niederschwellige Kontakt- und Anlaufstelle mit Drogenstreetwork für Linz entwickelt.

Im Juni 2000 kam von LR Ackerl der Auftrag einen Verein zu gründen und mit der Umsetzung des Projektes – zunächst auf 3 Jahre befristet – zu beginnen.

Am 20. August 2000 findet unter dem Vorsitz von LRin Dr. Stöger die konstituierende Vereinssitzung statt und am 30. November 2000 wurden die adaptierten Räumlichkeiten offiziell eröffnet.

 

Die Anfangszeit

Die Gruppe von Punks hat sich in der Zwischenzeit größtenteils aufgelöst, zum Teil sind Mitglieder verstorben und zum Teil sind sie aus Linz weggezogen und die Kontakte in die Drogenszene waren eher gering.

Zu Beginn war die Hürde, eine niederschwellige Drogeneinrichtung zu besuchen, für die KlientInnen noch sehr hoch. Nur wenige Menschen fanden den Weg in unsere Räumlichkeiten.

Die Einrichtung und die MitarbeiterInnen wurden anfangs skeptisch beäugt und genau unter die Lupe genommen. So streuten z.B. KlientInnen gezielt Gerüchte über angebliche Drogendeals und wollten damit austesten, ob Informationen von den MitarbeiterInnen nach außen gingen.

Durch konstante Beziehungsarbeit zu einzelnen Betroffenen konnten viele der Vorurteile mühsam abgebaut werden. Schließlich gelang uns der Zugang zu einer Gruppe von älteren KonsumentInnen, die über Mundpropaganda die Angebote bewarben, wodurch immer neue Menschen den Weg zu uns fanden.

 

Die Entwicklung in Zahlen

Die Entwicklung des Vereins und die in der Szene gewonnene Akzeptanz lässt sich ganz gut an den statistischen Zahlen ablesen:

Im ersten Jahr wurden etwas mehr als 5.000 Spritzensets getauscht,

im Jahr 2005 waren es bereits über 68.000

und im Jahr 2014 mehr als 200.000 Spritzen und Nadeln.

 

Die durchschnittliche Anzahl der Kontakte in den Caféöffnungszeiten (3 Stunden pro Tag) stieg von

7,7 im Jahr 2001 auf

9,7 im Jahr 2005 weiter auf

21,6 im Jahr 2010 und erreichte mit

31,9 durchschnittlichen BesucherInnen im Jahr 2014 seinen vorläufigen Höhepunkt.